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Stonewashed Fritters

Nicolás Dupont - Corinne von Lebusa - Martin Schuster - Kathrin Thiele

Vom 06. bis zum 26. Februar 2022 kommt es zur Wiederauferstehung der legendären Stonewashed Fritters deren Mitglieder die Leipziger Künstler Nicolás Dupont, Corinne von Lebusa, Martin Schuster und Kathrin Thiele sind. Letztes Jahr verhindert durch das große C geht es 2022 richtig los, eine neue Platte ist am Start und eine Tour soll folgen. Dem weltweiten Ruhm dürfte nichts mehr im Weg stehen und starten wird das Ganze bei Feinkunst Krüger in Hamburg. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Zur Vernissage am Samstag den 05. Februar 2022 ab 20:00 Uhr laden wir herzlich ein.

Die Stonewashed Fritters sind zurück...in der altbekannten Formation überraschen sie mit neuen Stücken, in denen sich sphärische Klänge aus den unendlichen Weiten des Kosmos wie funkelnde Sterne in einem Meer spiegeln, in dem akustische Schiffchen schwimmen.

Hin und her gerissen zwischen euphorischer Abenteuerlust und der Erinnerung an bessere Zeiten, bleibt die Sehnsucht nach einem sicheren Hafen.

Nicht umsonst empfiehlt der impulsive Opener "Keep the river on the right". Denn es gibt "Wölfe in der U- Bahn" und in den Betten.

Das melodische Spektrum ist wie gewohnt facettenreich und außergewöhnlich: leichtfüßige Folklore- Parts treffen auf elektronische Trance-Passagen, die Übergänge sind fließend und in Schichten übereinander gelegt wird das ganze sogar tanzbar. Typisch bleiben aber die bewussten Momente der Irritation, kurze, haarsträubend schnelle Riffs, die man am liebsten ungerahmt an die Wand nageln würde.

Die Stonewashed Fritters wissen aus Erfahrung, dass es sich im feuchten, hohen Gras schwer tanzen lässt und so liegt ein feiner Nebel von eskapistischer Melancholie auf ihrem neusten Werk, das sie aber versöhnlich im sanften "Happy Sundown" ausklingen lassen.

Nicolás Dupont erarbeitet in seiner Malerei banale und alltägliche Themen in spielerischer Form zu ironischen bis sarkastischen Darstellungen und reflektiert so energisch und souverän alltägliches aus seinem nächsten Umfeld. Mit distanziertem Blick schaut er auf Naheliegendes und bedient sich an schnöden und faden Sachlagen welchen er einen schillernden Anstrich verpasst und behände auf deren bizarren Kern verweist. Er lebt seine Kunst im Unmittelbaren. Es sind zumeist kleine Formate, in denen er eine Bildwelt entfaltet, die zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Scherz und angespannter Kontemplation oszilliert.

Corinne von Lebusa thematisiert Sehnsüchte, Ängste und Projektionen. Sie arbeitet mit Zeichenstiften, Aquarell- und Ölfarben und schafft surreale Collagen und Zeichnungen, in denen sie das Beziehungsgeflecht der Geschlechter reflektiert. Mit ihrer subjektiven Mystik erschafft sie uns die wunderbare Welt eines privaten Kosmos. Die Leichtigkeit scheinbar banaler Gedanken verbergen geschickt die Brüche im Ensemble. Die Bilder der Künstlerin weisen uns die Rollen eines Voyeurs zu, so als schauen wir uns Unerlaubtes an. Die Antwort ergibt sich aus der heiteren Unschuld, welche ihre Bilder ausstrahlen. Und doch bleibt das Auge im behaglichen Gleiten über die Bildoberfläche hängen, im Augenwinkel erhebt sich ein kleiner Grat, der schmerzt. Helligkeit, Leuchtkraft und Lebendigkeit werden konterkariert von Dunkelheiten, formalen Irritationen und verleihen den Arbeiten von Corinne von Lebusa eine besondere Tiefgründigkeit. (Rosa Loy)

Martin Schuster ist fasziniert von 3D-gerenderten Videospiel-Level-Designs, der Ästhetik von Musikvideos, Plastikspielzeug für Kinder und Erwachsene. Die Sehnsüchte seiner Generation und in welcher Weise sie davon beeinflusst sind, was die Industrie anbietet, interessieren ihn. In seinen Bildern finden Partys statt, Realitätsflucht und jede Menge zeitgenössischer Surrealismus. Er arrangiert seine Landschaften wie Kino- oder Theaterkulissen. Oft sind sie in einer postapoka- lyptischen Zeit situiert, in eine Zukunft schauend, die uns wie Gegenwart vorkommen könnte, oder umgekehrt. Gleichzeitigkeit ist sein dauerhaftes Thema. Die Ambivalenz des menschlichen Lebens in einer schönen und hässlichen Welt ist seine größte Quelle der Inspiration.

In Kathrin Thieles experimenteller Malerei verschränken sich abstrakte und figürliche Elemente zu kontrastreichen Bildern, die durch die Kombination von Acrylfarbe und Lack, dem Spiel mit malerischen Techniken und dem Wechsel von fein ziseliert und gestisch eine sehr eigene, polyrhythmische Dynamik entwickeln. Ihre Arbeiten sortieren sich oft in Zyklen oder Serien, die inhaltlich ein bestimmtes Thema verhandeln und dieses vor allem mit intuitiver Kraft und großer Assoziationsfreude darstellen, eine endgültige Ausformulierung desselben aber bewusst vermeiden. So ist beispielsweise die Langzeitserie „DIS“ auf Papier ein Projekt, das derzeit aus ca. 250 Einzelarbeiten besteht, dem aber immer neue Arbeiten und neue Techniken hinzugefügt werden, so dass die Serie an sich durch die Möglichkeiten der Kombination in der Hängung der einzelnen Werke einer stetigen Veränderung ausgesetzt ist.