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Achim Hoops – Nachbilder

>> Bilder der Ausstellung (PDF 3 MB)
>> Ausstellungsansichten

Vom 11. bis zum 31. Januar 2026 zeigt der Hamburger Künstler Achim Hoops, ehemaliger Professor an der HfbK Hamburg, Werke aus verschiedenen Phasen seines künstlerischen Schaffens und „testet“ damit unseren Blick, sowohl auf die Kunst als auch auf unsere Umwelt.

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 12:00-19:00 Uhr und Samstag von 12:00-18:00 Uhr.

Zur Finissage am 31. Januar und zum Release des neuen Buches „Achim Hoops Nachbilder“ aus dem Textem Verlag Hamburg laden wir ebenfalls herzlich ein.

Wie beeinflussen unsere Erfahrungen unseren Blick? Sortieren wir im Sehen vor – und aus - und wenn ja, woher stammen die Kriterien? Nirgends werden diese Fragen augenfälliger als in der Malerei als einem Spiel mit dem gemalten Bild und seinen Vorbildern. Achim Hoops hat sich in verschiedenen Phasen seines Schaffens immer wieder diesem Spiel gewidmet und dabei dessen Regeln nachge­forscht. Die Ausstellung zeigt drei Werkgruppen und setzt deren verschiedene Perspektiven zueinan­der in Beziehung.

I. Die Symphonie des Lapidaren
Ein Stromkasten, parkende Autos, ein sauberer Weg lieblos gepflastert, dahinter ein Wohnblock von gestern. In dieser Fotografie entfalten urbanistischer Funktionalismus und der pragmatische Geist der Anwohner ihre ganze Ästhetik des Profanen. Nichts an diesem Bild ist pre­kär – nichts an diesem Bild ist schön. Es taugt weder zum Voyeurismus noch zum Dekor. Vielmehr repräsentiert dieses Bild exakt das Gewöhnliche, worin wir uns am meisten bewegen. Der Maler Achim Hoops komponiert in seinen minutiös quadrier­ten Fotografien eindrucksvoll das Bild der Stadt, in dem wir leben – und das wir geschult sind, zu übersehen.

II. Die Geometrie des Subjekiven
„Hier male ich, was ich wirklich sehe.“ Als Kontrapunkt zu jenen Stillleben des Lapidaren sind Hoops abstrakte Ölbilder zu verstehen. Auf den ersten Blick klare gra­phische Formen in nur wenigen Farbtönen, zeigen diese Bilder visuelle Erinnerungen. Sie sind sehr subjektive Nachbilder langer Stadtspaziergänge. Tatsächlich: Je länger man sie anschaut, desto weniger sachlich erscheinen sie. Kein Rechteck ist perfekt. Die Schichten der Ölfarben sind nicht glatt und homogen sondern deutlich handgemalt. Die vermeintliche Strenge erweist sich als emotionale Improvisation.

III. Der Alltag in Mythen
Im Kontrast zu den obigen Serien überraschen Hoops Bilder der Reihen „News“ und „Film“, mit Buntstiften auf Holz gezeichnet durch ihre unmittelbare Zugänglichkeit. Ein Diner in einer regenschwarzen Nacht, so finster und beklemmend wie die erste Einstellung eines Noir-Krimis, evoziert sofort die Frage: Was wird hier geschehen? Eine Rakete durchschneidet das Rosa einer Abenddämmerung. Palästina? Israel? Wer greift an?
Jedes Motiv hier wirkt vertraut, auf beinahe unheimliche Art lesbar: Tatsächlich basieren Hoops realistische Zeichnungen auf Stills aus Filmen und Nachrichten. Sie führen vor, wie stark stereotype mediale Bildmotive und immer wieder reproduzierte Formen der Bildgestaltung unsere Blicke lenken, uns auf Narrative einschwören – gleich optischen Gegenwartsmythen.

Der Künstler:
Achim Hoops lebt seit 1976 in Hamburg und war dort bis 2019 Lehrer an der Hoch­schule für bildende Künste. Seit 1984 hatte er Ausstellungen in Institutionen und Galerien, nicht nur in Hamburg und Berlin, sondern u.a. auch in Frankfurt, Kopenha­gen, Baden-Baden, Tübingen, Leverku­sen. Einige seiner Arbeiten finden sich in der Sammlung von Wilhelm Schürmann, Aachen.