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Till Gerhard

„Keep a little fire burning“

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Vom 04. bis zum 24. Februar 2024 zeigt der Künstler Till Gerhard in seiner vierten Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger neue Arbeiten. Gerhard und der Galerist kennen sich seit vielen Jahren (erste Einzelausstellung im Jahr 2002) und es ist für den Galeristen interessant zu sehen wie Gerhard sich immer weiterentwickelt und, mit seinem außergewöhnlichen technischen Können, auf dem weiten Feld der Malerei forscht. Mittlerweile hat er weltweite, erfolgreiche Ausstellungen hinter sich, ist in  große Sammlungen aufgenommen und sogar zu einem Lieblingskünstler von Richard Prince avanciert.

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag: 12:00-19:00 Uhr, Samstag: 12:00-18:00 Uhr oder nach Vereinbarung unter 040-31792158

Till Gerhard entwickelt in seinen Bildern auf geradezu mystische, und bisweilen unheimliche Weise eine neue Art von Landschaftsmalerei, die aber auf Motiven der Popkultur, der Hippie-Bewegung oder Gegenkultur basiert. Wald und tiefes Wasser, so der Künstler in einem Interview, haben hohen Symbolwert und stehen für das Unterbewusstsein. In vielen neuen Arbeiten taucht zudem das Motiv des Feuers auf. Steht dies für das Licht des menschlichen Bewusstseins oder aber die verzehrende Kraft der Transformation? So befinden sich die Protagonisten seiner Bilder in den Landschaften, vollziehen merkwürdige Riten oder scheinen sich selbst in der Natur aufzulösen. Die Prozesse der Auflösung finden ihr Äquivalent in der Malerei, die geprägt ist von starker Farbigkeit, einer besonderen Lichtführung und abstrakten Elementen, die die Szene überlagern, durchbrechen und rhythmisieren. Till Gerhard zeigt in seiner Ausstellung aktuelle Bilder sowie eine Auswahl seiner Bilder der letzten Jahre.

Auszug aus der Eröffnungsrede von Andrea Kühnhackl zur Einzelausstellung im KuK Hohenaschau:

Gerhard schafft eine Atmosphäre, die man als Betrachter zwar sofort spürt, sich aber nicht sofort erklären kann. Denn sie verwirrt die eingeübten Sehgewohnheiten durch Farb-, Kompositions- und Themenbrüche.
Ausgehend von einem realen Tatsachenkern, etwa einer Fotografie oder einem Zeitungsartikel, entwickeln sich Geschichten, deren Fort- und Ausgang durchaus im Auge des Betrachters liegt. Till Gerhard regt an, beispielsweise durch die Titel, und fordert uns auf, die als mythisch, real oder utopisch inszenierten Situationen weiterzudenken und sie in einem gesellschaftspolitischen, philosophischen-ästhetischen, naturwissenschaftlichen oder kunsttheoretischen Diskurs zu hinterfragen.

Und er erreicht dies, weil er durch sein ungeheuer versiertes technisches Können, sein kultur- und naturwissenschaftliches Wissen und seine intellektuelle Herangehensweise diese wahrgenommenen Naturgesetzte in all ihren Facetten darstellen kann.
Und zwar in malerischer Perfektion. Wobei die Perfektion nicht der perfekte Strich ist, sondern ganz im Gegenteil. Die Perfektion ist oftmals durch die Hinzunahme der Zufallstechniken gegeben. … Gerhard erreicht dies, indem er in Schichten arbeitet, die er immer wieder auf die Leinwand aufträgt, entweder mit dem Pinsel oder aufsprüht, um Akzente zu setzten. Man könnte sagen, es ist das Zufallsprinzip, welches letztendlich genau die Intention des Malers offenbart.
Stiltechnisch lassen sich Gerhards Arbeiten ebenso uneindeutig zuordnen wie sie sich einer inhaltlich eindimensionalen Interpretation verwehren. Naturalismus, Surrealismus, Abstraktion? Der Welt der Symbolisten nicht fern, die diese nicht sachlich und eindeutig, sondern als symbolische und spirituelle Vision darstellen wollten. Odilon Redons späte, farbenprächtige mythologische und phantastische Bilder, deren Motive sich aus einem chanchierenden Farbnebel entwickeln, finden ebenso eine Rezeption in Gerhards Arbeiten.