Gideon Pirx, Patrick Sellmann, 4000

Was tun zu Beginn der wilden 20er Jahre fragte sich Galerist Ralf Krüger? Am besten beginnt man es mit einer wilden Ausstellung dachte er sich. Gesagt, getan. Vom 12.01.2020 bis zum 01.02.2020 sind die Hamburger Künstler 4000 und Gideon Pirx zusammen mit dem Wendländer Patrick Sellmann mehr als bereit diese Herausforderung anzunehmen und das neue Jahrzehnt glorreich einzuweihen. Besser kann es nicht anfangen!

Zur Vernissage am Samstag den 11. Januar 2020 ab 20.00 Uhr laden wir herzlich ein

Gideon Pirx zeigt diesmal entgegen seiner sonstigen Gewohnheit des „viel hilft viel“ wenige größerformatige Bilder. Sie sind – auch das eine Änderung seiner Gewohnheiten – im Atelier entstanden und nicht auf irgendeinem Balkon oder auf einer ungemähten Wiese. In altbewährter Schnelligkeit und mit pastosem Farbauftrag hergestellt, überzeugen uns Pirx´ neue Arbeiten wieder mal von seinen Qualitäten: Humor, Humanismus und Humiliation. Sein Werk verbindet die Tradition des europäischen Expressionismus mit der Comicsprache und dem Slapstick. Den pastosen Farbauftrag sieht er als Widerstand gegen die allgegenwärtigen glatten Oberflächen und dem damit einhergehenden Verschwinden der Gegenständlichkeit und des Objekthaften des Bildes.

Patrick Sellmann wurde 1976 in Münster geboren, nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er mit Unterbrechungen von 1998 bis 2008 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg Freie Kunst. Von 2009 bis 2016 lebte er mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Berlin, seit 2016 lebt die Familie im Wendland. Seit ca. 1996 bis heute nahm er an zahllosen Einzel und Gruppenausstellungen teil. Stationen des künstlerischen Werdegangs und wichtige Einflüsse sind diverse Umzüge seit der frühen Kindheit, drei Schulwechsel, das Verlassen des Elternhauses mit sechzehn, das Fernsehprogramm genauso wie die schuleigene Kirche des Klosters Steinfeld in der Eifel. Weiterhin prägend waren Illustrationen in Kinderbüchern, arte/TV, MTV, Jugend- kulturen, Graffitygruppen aus Essen und Umgebung und Menschen aus dem AZ Mülheim a.d.Ruhr. Wichtig waren unzählige Wege und Umwege, Freunde und Feinde, die eigene Familie, die Kinder und wir Menschen mit unserem Verhalten allgemein.

Die Karriere von 4000 begannin den 1990er Jahren in seinem Atelier in Hamburg-St. Pauli. Bekannt geworden ist er zunächst durch seine Arbeiten in Produzentengalerien, alternativen Clubs und Veranstaltungsräumen in Hamburg, Berlin, München,Köln und Frankfurt. Als sogenannter „Szenemaler“ hat er sich immer vom Markt und dessen Vermarktungsinstrumenten distanziert. Mittlerweile sind die Werke in anerkannten Galerien und auf Messen vertreten, sowie im Besitz prominenter Kunstsammler. 4000 teilt seine Serien oftmals in Kategorien ein. So sind die „Berlin“- und „Hamburg“-Serien entstanden, mit rauer, schneller Darstellung städtischer Szenen und Gebäuden, wie den Berliner Fernsehturm oder das Spiegel-Gebäude in Hamburg. Einen großen Teil seiner Stadtansichten ist über das Viertel St. Pauli entstanden: ReeperbahnEsso-TankstelleZum Silbersack. Bekannt ist auch die Serie „Richter to go“ – den Werken des deutschen Malers Gerhard Richter folgend. Ebenfalls populär sind die „Beck's“-Serien mit vielfältiger Darstellung der gleichnamigen Bierdose. Daneben sind auch ironische Reihen entstanden, wie die „Kartoffelfamilie“ oder „Das Fünf-Mark-Stück“. 
4000 gestaltete zudem Filmausstattungen, Illustrationen und zahlreiche Buchcover, wie beispielsweise für die Bücher „Deutsches Theater“ und „Nüchtern am Weltnichtrauchertag“ von Benjamin von Stuckrad-Barre oder das Buch „Wiener Straße“ von Sven Regener. Für den Berliner Verlag Pulpmaster hat 4000 seit 1993 über 40 Cover realisiert, darunter für Bücher der Schriftsteller Jim Nisbet, Thor Kunkel oder Garry Disher.