moki - RCP85

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Vom 08. bis zum 28. Mai 2016 präsentiert die Berliner Künstlerin moki ihre neuen, meist großformatigen Acrylbilder. Seit ihrer Soloausstellung “who talks in math?” im Jahre 2006 ist moki in vielen Gruppenshows bei Feinkunst Krüger zu sehen gewesen und mittlerweile fester und wichtiger Bestandteil des künstlerischen Schaffens der Galerie.

Zur Vernissage am Samstag den 07. Mai 2016 ab 20.00 Uhr laden wir herzlich ein.

Der Titel der Ausstellung “RCP85” steht in direktem Zusammenhang mit dem Anthropozän in dem es auf den menschengemachten Klimawandel verweist: “RCP” steht für “repräsentative Konzentrationspfade” (eng. ‘Representative Concentration Pathways’), welche den Temperaturanstieg zu beschreiben versuchen. “85” steht für den Anstieg um 8,5°C in den nächsten 80 Jahren.

moki untersucht in Ihren Bildern daraufhin das Spannungsfeld welches entstehen kann, wenn uns die Welt um uns herum so komplex erscheint, dass man als Einzelner nicht mehr weiß, was zu tun ist. Soll man vor den Problemen davon laufen oder soll man sich ihnen stellen? Es geht um ein Hin-und Hergerissensein zwischen den Instinkten der Flucht oder des Kampfes und der Diskrepanz zwischen Kampf, Eskapismus und Resignation. In moki’s neuen Werken finden wir all das: Menschen, die vor der normalen Welt flüchten und abtauchen, andere die gegen alle Widrigkeiten kämpfen und wieder andere, die schon kurz vor dem Versinken sind.

Auf der einen Seite stehen jene, die den herrschenden Zuständen ausgeliefert sind und nicht entfliehen können, die auf Müllkippen und im verschmutzen Wasser nach Brauchbarem fischen. Die keinen Zugang zu Bildung haben und keine Möglichkeit, ihre Lage zu verbessern. Auf dieser Seite finden wir auch Tiere, die sich an einen veränderten Lebensraum nicht schnell genug anpassen können und daran zugrunde gehen. 

Auf der anderen Seite stehen die Gesellschaftsaussteiger, die versuchen, sich in eine andere Welt zu flüchten; Eremiten und Einsiedler, die weit ab von den urbanen Zentren einen Weg zurück zur Welt und zu sich selbst suchen. Prepper, die für große Krisen vorbereitet, heimliche Verstecke mit Lebensmitteln im Wald anlegen oder Utopisten, die in Kommunen aufs Land ziehen, auf der Suche nach einem nachhaltigen autarkem Leben.

Hierzu malt moki einsame Hütten, in Felsen gehauen oder aus rostigen Platten zusammengezimmert. Improvisierte Zufluchtsorte die in ihrer Anmutung kaum von derer unterscheidbar sind, die nicht aus einer reizüberfluteten Gesellschaft entkommen wollen, sondern ausgeschlossen und auf sich allein gestellt sind. 

Als Vorlage für ihre Malereien sammelt die Künstlerin Bildmaterial und erstellt daraus Kollagen die sie dann malerisch umsetzt. Sie schöpft dabei auch aus ihrem eigenen fotografischen Fundus bzw. inszeniert Motive die sie malen möchte selbst. Die Zusammenstellung der gemalten Bilder und ihr Zusammenwirken, die Assoziationsbrücken, die durch bestimmte Kombinationen entstehen, sind wichtiger Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis.

moki’s Malstil hat sich entwickelt, erscheint malerischer und luftiger. Erstmals finden sich Bereiche die unbearbeitet und roh wirken. Sie bilden ein Gleichgewicht zu den bis ins feinste ausgearbeiteten Details. Man findet Stellen, die leicht und durchscheinend wie Aquarelle wirken, wie auch verdichtete Bereiche, in denen Schichten übereinander und viele Töne nebeneinander stehen. Bei der Farbpalette hat sich moki bei vielen Malereien auf ein grünlich-blaues Spektrum beschränkt.

Das spiegelt sich auch in der Installation aus gefunden Plastikplanen und Stoffen wieder die in der Ausstellung zu sehen sein wird. Die dominieren Nuancen werden jedoch durch die Farbigkeit des bunten Abfalls kontrastiert.